2014 | EIN UNTERSTAND ALS UNTERPFAND

Die Weihnachtsgeschichte endet für Maria und Joseph nicht mit der Geburt des Heilands. Sie müssen aus ihrer Heimat fliehen, weil König Herodes befiehlt, die Kinder unter zwei Jahren in Bethlehem zu töten. Auch wer heute in manchen Ländern dem vermeintlich falschen Glauben oder einer oppositionellen politischen Ansicht anhängt, muss für sich und seine Angehörigen um Leib und Leben fürchten. So bleibt oft nur die gefährliche Flucht.

Flüchtlinge können sich nicht in Luft auflösen. Sie müssen schließlich irgendwohin. Manche kommen bis in unsere Stadt. Wir haben uns auf die Suche nach Menschen gemacht, die sich um deren Schicksal kümmern und sind auf einen Pastor gestoßen, der einen praktischen Sinn für Nächstenliebe hat. Auf seinem Wunschzettel für die Bewohner eines Containerdorfs in Lokstedt stand ganz oben - ein Unterstand. Das klingt zunächst ungewöhnlich, ist aber sinnvoll. Wer sich mit zwei oder drei Mitbewohnern eine Unterkunft aus Blech von 16 Quadratmetern mit zwei Stockbetten teilen muss, ist froh, wenn er einmal vor die Tür treten kann und nicht gleich im Hamburger Nieselregen stehen muss.

Wir haben dafür gesorgt, dass der Wunsch in Erfüllung ging. Hoffentlich auch in Ihrem Sinne, da Sie wie unsere anderen Bauherren, Geschäftspartner und Lieferanten von uns keine Weihnachtspräsente bekommen. So kann das dafür gedachte Geld anderweitig verwendet werden. Gerade an Heiligabend mag dies, statt der wohlfeilen Rede von der Willkommenskultur, ein kleines Zeichen für das Gebot der Menschlichkeit sein.

Wir wünschen Ihnen und allen Ihren Lieben zu Weihnachten und zur Jahreswende Alles Gute!